Die Zypernfrage ist im westentlichen eine Statusfrage

Der Vorsitzende der Nationalen Einheitspartei (UBP) und Premierminister Ünal Üstel empfing die persönliche Vertreterin des Generalsekretärs der Vereinten Nationen (UN) in Zypern, María Ángela Holguín Cuéllar, im Hauptquartier der UBP.

Während des Treffens wurde Üstel von Außenminister Tahsin Ertuğruloğlu, Arbeits- und Sozialminister Oğuzhan Hasipoğlu, UBP-Generalsekretär Ahmet Savaşan sowie dem Minister für Wirtschaft und Energie Hasan Taçoy begleitet.

Im anschließenden Gespräch mit der Presse nach dem Treffen erklärte Ministerpräsident Ünal Üstel, dass die "Zypern-Frage" im Wesentlichen eine reine Statusfrage sei und betonte, dass die Suche nach einer Lösung auf Basis einer 2017er "Föderation" von Crans-Montana ausgeschöpft sei.

Üstel vertritt die Ansicht, dass die Zypern-Frage im Wesentlichen eine "Statusfrage" sei. Seiner Meinung nach sei die Behandlung der griechisch-zyprischen Verwaltung Südzyperns durch die internationale Gemeinschaft als alleiniger Staat und Vertreter der Insel und des türkisch-zyprischen Volkes so zu sehen, als ob sie eine Gemeinschaft dieses Staates wären. Die Ursache des Problems sei dieser fehlerhafte Ansatz, der ein ernsthaftes Ungleichgewicht zwischen den Parteien schaffe.

Nordzyperns Premierminister habe seinem Gesprächspartner erklärt, dass der internationale Status, von dem die griechisch-zyprische Verwaltung Südzyperns ungerecht profitiert, es ihr ermöglicht, den aktuellen Status quo aufrechtzuerhalten.

Er sagte, er habe seine Gesprächspartnerin daran erinnert, dass die griechisch-zyprische Verwaltung Südzyperns trotz des guten Willens und der konstruktiven Haltung des türkisch-zyprischen Volkes keine "Partnerschaft auf der Grundlage politischer Gleichheit und ehrlicher Machtteilung" akzeptieren will, wie sie sich erneut auf der Crans-Montana-Konferenz 2017 zeigte.

Üstel betonte, dass die Suche nach einer Einigung auf Basis einer Föderation in Crans-Montana ausgeschöpft sei, und erklärte, dass die Wiedereinführung eines Modells, das sich unter verschiedenen Namen oder Methoden als vielfach als gescheitert erwiesen habe, nicht zur Lösung der Zypernfrage beitragen werde, im Gegenteil, es führe zur Fortführung des aktuellen Status quo, der den Interessen der griechisch-zyprischen Verwaltung Südzyperns dient.


"Es gibt zwei getrennte Völker und zwei souveräne gleichberechtigte Staaten auf der Insel"

Premierminister Üstel wies außerdem darauf hin zur Kenntnis zu nehmen, dass es auf der Insel zwei getrennte Völker und zwei souveräne gleichberechtigte Staaten gebe. Er habe daher die Notwendigkeit geäußert, jetzt einen neuen und realistischen Ansatz im Einklang mit dieser Realität vor Ort zu verfolgen.

Seiner Anssicht nach könne eine nachhaltige und für beide Seiten akzeptable Versöhnung nur durch die Bekräftigung der souveränen Gleichheit und des internationalen Gleichberechtigten des türkisch-zyprischen Volkes erreicht werden kann, was mithin seine inhärenten Rechte sind.

Ebenso wichtig war dem Ministerpräsidenten darauf hinzuweisen, dass mit dem Besuch des UN-Generalsekretärs António Guterres auf der Insel vom 27. bis 29. Juli 2026 erneut klar wurde, dass es keinen gemeinsamen Nenner gibt, der den Beginn offizieller Verhandlungen ermöglichen würde.

Versuche, ein künstliches "fait accompli" zu schaffen, das den Willen des türkisch-zyprischen Volkes ignoriert, und mit den Realitäten auf der Insel unvereinbar ist oder unvereinbarte Parameter für das türkisch-zyprische Volk auferlegt, könnten von Nordzyprioten nicht akzeptiert werden.

Deshalb sei die Wiedereinführung von Modellen, die in der Vergangenheit wiederholt auf unterschiedliche Weise gescheitert sind nichts, was zur Suche nach einer Einigung zwischen beiden Seiten beitragen könne. Es diene lediglich der Fortsetzung des aktuellen Status quo, was im Interesse der griechisch-zypriotischen Bevölkerung liegt.

Ünal Üstel, selbst 1955 in Yeşilova/Paphos geboren erklärte, dass der Weg zu einer realistischen, nachhaltigen und dauerhaften Versöhnung auf Zypern die Akzeptanz der souveränen Gleichheit der beiden Staaten und der beiden Völker auf der Insel erfolge. Folgerichtig lud er die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft ein, die Realitäten auf der Insel zu sehen.





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