Es muss nicht immer ein Dönum* sein

Die Sonne ist auch heute wieder gnadenlos. Mit durchgehend 28 Grad Celsius verbrennt sie selbst im Oktober alles Grün im Gras und hinterläßt verdorrte, trockene Halme. Was, so denke ich, wird diese Pflanze Kraft brauchen, um sich davon zu erholen und im nächsten Frühjahr wieder in aller Pracht gesund zu erstrahlen? 

Ähnlich ergeht es uns Menschen. Jedes Jahr wird die geistige Bewegungsfreiheit ein Stück weit mehr beschnitten, treten unerklärliche Denkverbote in Kraft, oder lassen zunehmend im sukzessive verengten Meinungskorridor keinerlei Interpretationsspielraum für logische Verhaltensweisen mehr.

Das ist dann in der Regel jene Zeit, wo man im Familien- oder Freundeskreis beisammen sitzt, um über Veränderungen als Konsequenz zu philosophieren. Oftmals ergeben sich dann skurrile Fronten, die sich mitten durch den Raum ziehen – in der Regel aber kristallisieren sich zwei Parteien heraus: die einen, die es satt haben, bevormundet zu werden und lieber ihr restliches Leben unter Palmen in geistiger Freiheit verbringen wollen und die anderen, die die Verwerfungen nicht sehen (wollen) und mit einer gehörigen Portion Pathos und fast schon kindlicher Naivität glauben, sie könnten Teil einer Art „Rettungsmission“ im eigenen Land sein.

Nein, das wird nichts. Seit Angela Merkel 2015 die Grenzen sperrangelweit für jeden und alle geöffnet hat, ist das verschwindende Deutschland traurige Realität. Jeden Monat wandert zahlenmäßig eine „mittlere Kleinstadt“ ein und nahezu jeder, der es zu uns ins gelobte Land schafft, genießt den Status der Vollalimentierung. 

Während Rentner nach über 40-jährigem (nicht selten hoch erfüllten!) Berufsleben mit deutlich unter 1000 EURO auskommen müssen, genießt ein völlig Fremder, die nie etwas zum Bruttosozialprodukt beigetragen hat, bestmögliche All Inklusive-Versorgung. Gerecht? Nö! Aber tägliche Realität im bunten Deutschland, wo man beispielsweise nicht mehr von „Indianern“ sprechen darf, ohne sich dem Generalverdacht der kulturellen Aneignung auszusetzen.

Aber zurück zum Leben unter Palmen. Kürzlich las ich bei Facebook eine interessante Diskussion zum Thema: Auswandern, aber wohin? Etwa zwei Drittel der Beiträge nannten Länder in Europa, wie Spanien, Portugal, Baltikum, Polen, etc. Alle Länder sind unserer Kultur nicht unähnlich, haben Zugang zum Meer und bieten generell gute Perspektiven – keine Frage.

Aber leider ist dieser Gedankengang zu kurz gesprungen, denn der politische Plan der nahenden Zukunft sieht ja vor, Brüssel zur Hauptstadt der vereinigten Staaten von Europa zu machen, was zur Folge hätte, dass all dieser Irrsinn – früher oder später – dann doch wieder vor der neuen Haustür auftauchen dürfte. Ursula von der Leyen sitzt schließlich nicht umsonst an jenem Schreibtisch, von wo aus die Geschicke gelenkt werden für die Gemeinschaft! Also scheidet diese Auswahl nach kluger Abwägung aller Imponderabilien aus.

Wo aber sollen wir denn dann hingehen? Die wenige verbliebene Intelligenz im früheren Land der Dichter und Denker stellt diese dringliche Frage immer lauter. Nähern wir uns der Antwort zunächst einmal über die ökonomische Betrachtungsweise an. Satte 10 % „hausgemachte“ Inflation vernichtet die Sparguthaben und verunmöglicht Rücklagen. Ein Hausneubau ist mit 4 % Zinsen und Tilgung unerreichbar geworden. 

Dazu die Energieverteuerungen mit dreifach gestiegenen Strom- und Gaskosten, zur Unzeit ansteigende Mieten und drastisch verteuerte No-name-Lebensmittel im immer kleiner werdenden Warenkorb – um nur mal einige "Baustellen" aufzuzählen.

Gottlob ist der Benzinpreis wieder etwas gesunken, sonst wäre die gesamte Logistik des Landes bei Preisen deutlich über 2,20 EURO pro Liter in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Gleichwohl steigen die Kosten für handwerkliche Dienstleistungen ins Unbezahlbare, weil die verteuerten Materialkosten vom Unternehmer naturgemäß an den Endverbraucher weitergegeben werden!

Ich will hier nicht spekulieren, aber für mich sieht das Gesamtbild nach einem ganz simplen Plan aus mit De-Industriealisierung und Bevölkerungsaustausch. Weit über eine Millionen Leistungsträger haben aus den aufgezählten Gründen seit 2022 bereits das Land verlassen getreu dem Motto: „wer Geld hat, verläßt das Land, wer keins hat, kommt“. 

Die bereits erwähnten Mini-Renten für ehemalige Leitungsträger unseres Landes sind – wie man früher immer so schön sagte – zum Leben zu wenig und zum sterben zu viel. Ähnlich wie man die „Trümmerfrauen“ nie entschädigt hat für ihr Lebenswerk des Wiederaufbaus in größter Not, betrügt man hier eine ganze Generation für geleistete Kärrnerarbeit. 

Welches Land bietet uns aus ökonomischen Gründen also eine gute Perspektive, um mit niedriger Rente dennoch menschenwürdig und glücklich zu leben? Wo sind die klimatischen Bedingungen so stabil, dass wir das leidige Thema Heizung ausblenden können? Und, besonders aus deutscher Sicht, wo ist die Kriminalitätsrate so niedrig, dass man nahezu ganz ohne Polizei auskommt? Wir haben sie gefunden, die Insel im Mittelmeer, die nur 3,5 Flugstunden entfernt ist und von nahezu jedem deutschen Flughafen erreichbar ist – es ist Zypern!

Die vormalige Kronkolonie des Vereinigten Königreichs (bis 1960) weist – sieht man einmal vom Linksverkehr ab – viele Bequemlichkeiten auf, die uns liegen. Das britische Waren-Wirtschaftssystem, das Schulsystem, das britische Pfund als Leitwährung – das alles sind verläßliche Größen. Die kulturelle Vielfalt, säkuläre Religionsausübung, eine moderne wie erschwingliche Krankenversorgung, sowie zahlreiche interessante steuerliche Vorzüge sind ein weiteres Plus.

Besonders zu erwähnen aber sind die sehr viel niedrigeren Immobilienpreise im Vergleich zu anderen Mittelmeerregionen. Das Procedere für die Umsetzung sollte man allerdings immer mit Fachleuten angehen, weil hier und da Probleme lauern könnten. So muss jeder Käufer z.B. eine Kauferlaubnis beim Kabinett der Minister beantragen, bevor man die Immobilie erwerben kann, doch ist das Risiko sehr gering, dass eine Kauferlaubnis nicht erteilt wird. 

Zu zahlen ist lediglich eine Kapitalertragsteuer auf der Grundlage des geschätzten Wertes der Immobilie, sowie eine Mehrwertsteuer auf der Grundlage des Auftragswertes der Immobilie von derzeit 5 % plus Grundbucheintragung. Geht man jetzt einmal von der aktuellen Marktsituation im Mai 2023 aus, kostet eine volleingerichtete nagelneue Ferienwohnung in Meernähe zwischen ca. 70 und 120.000 EURO – je nach Lage. Es muss eben nicht immer ein Dönum sein!

Wer, um mal auf die Gedanken am Textanfang zurück zu kommen, denkt da nicht an Sonne pur bei ca. 330 Sonnentagen am naturbelassenen »Long Beach« zu liegen und in der wärmsten Bucht des Mittelmeers zu schwimmen? Bei aller wohltuenden Euphorie aber sollte man sich dennoch mit deutschsprachigen Fachleuten vorab austauschen. Denn ein böses Erwachen kann sich heutzutage niemand mehr leisten. Ist einfach nicht drin in der Kalkulation für die neue, die perspektivische Zukunft.

*Dönüm ist ein türkisches Flächenmaß. Heute entspricht 1 Dönüm meist 1.000 Quadratmetern – also 0,1 Hektar.






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